Manshiet Nasser – Ein Leben im Müll
Mittwoch, August 5th, 2009Manshiet Nasser ist ein Slum im Osten von Kairo, in dem rund 80000 Menschen davon leben, daß sie Müll sammeln und nach wieder Verwertbarem sortieren. Ein Großteil der Bevölkerung besteht aus koptischen Christen, die gesellschaftlich benachteiligt und von den meisten öffentlichen Ämtern ausgeschlossen sind. Die Bebauung des Stadtteils erfolgte ohne Pläne, ohne Baugenehmigung und ohne Erwerb des in staatlichem Besitz befindlichen Grund und Bodens. Überall in den Straßen liegt Müll. Die Gassen sind ungepflastert, ein undefinierbares Etwas, über dessen Oberfläche die Müllsammler zu Fuß oder mit Eselskarren den Müll zu sich nach Hause transportieren. Dort werden die Abfälle nach Papier, Plastik, Kleidungsstoffen, Glas, Dosen und Essensabfällen sortiert und an Wiederverwerter verkauft. Durch die brennenden Feuer aus alten Plastiktüten sind Bronchialerkrankungen an der Tagesordnung. Durch Infektionskrankheiten sind 60% der über 50-jährigen Bewohner bereits erblindet.